Donnerstag, 30. August 2007

Kilo Moana Cruise

links: ich launche ein XBT. Nachdem ich so lange mit den XBP Daten gearbeitet habe, komme ich tatsächlich dazu ein XBT einzusetzen. Juchu!
unten: Der Sidescan-Fisch wird ausgebracht.

links: Auf der Brücke. Die Stimmung war gut wie man sieht.
unten: zwei der Delfingruppe. Ein mittelgroßer und ein kleiner. darunter seht ihr den Schiffsrumpf und ja, das wasser ist so klar und blau.

links: Kilo Moana's Heck







Aloha an alle,


Ich bin wieder online. Leider habe ich den absoluten Überblick verloren, welche Woche es ist. Aber eines ist sicher: Ab heute sind es exakt 3 Wochen bis es ab nach Hause geht. Donnerstag in drei Wochen geht mein Flieger um 07:25 los.


So, eine Woche auf Kilo Moana. Es war super. Jetzt kann ich sagen, dass ich neben Roy die einzige Person auf der Welt bin, die mit beiden der großen SWATH Forschungsschiffen (PLANET und KILO MOANA) gefahren ist. KILO MOANA ist etwas anders als PLANET. Zum Beispiel das Frontdeck ist offen oder eher gesagt, da ist keins. Und das Achterdeck ist gerade abgeschnitten und kleiner. Und einiges mehr. Die Schiffbauinteressierten unter euch können mir ja ne mail oder nen kommentar schicken, dann will ich gern mehr dazu versuchen zu beschreiben.


Ich hatte eine eigene Kammer und habe mir das Bad mit Whitney geteilt. Davon hat man aber so gut wie nichts gemerkt, da wir 24h gearbeitet haben und meine Schichten immer andere waren als Whitneys.


Das Essen auf KM ist super. Ein großes Buffet mit Salatbar und Früchten. Frische Cookies und Kaffee zu jeder Zeit und unalkoholische Getränke, Süßigkeiten und CupNoodles auch. Und eine große DVD-Sammlung in der TV Lounge.


Ich bin gleich am Donnerstag mit der 6pm-2am Wache angefangen. Wir sind zuerst nur mit dem Multibeam System vom Schiff Profile gefahren, da die beiden Ingenieure für den Sidescan-Fisch krank waren. Ich hatte Wache zusammen mit Chris. Chris ist an der Uni für Umweltfragen zuständig. Unter anderem sucht er nach Schiffswracken. Außerdem ist er in einem Gremium, das sich um das Hawaiianische Wildlife kümmert. Neben Chris und Roy bestand unser Forscherteam aus Jackie, eine berentete Ozeanografin, Margo, Chefin der Hawaiian Mapping Research Group, Bretton, die gerade ihren Abschluss an der MIT in Umweltwissenschaften oder so gemacht hat, Whitney, die neuerdings Environet arbeitet und wohl ähnliches studiert hat wie Bretton, und mir. Außerdem kamen am Samstag die kranken Ingenieure Mark und Steven an Bord und wir hatten noch zwei junge Techs dabei, Tobin und Alley, die auch supersupernett waren. Bretton hat uns am samstag wieder verlassen. Sie hatte wohl irgendwie keinen Bock mehr. Deshalb musste ich dann spontan auf die Tagwache von 10am bis 6pm wechseln, was den ersten Tag etwas hart war.


Zu den Forschungsergebnissen:


Letztendlich haben wir wohl die Bombenfelder gefunden, die wir gesucht haben. Aber: Wir haben auch noch eine Wracks gefunden, die bisher unentdeckt waren und Chris geht davon aus, dass es unter anderem ein japanisches Mothership für Minisubs ist! Ist das cool. Ich selber habe zusammen mit Margo, das zweitwichtigste Objekt, vermutlich ein japanisches U-Boot, gefunden. Es heißt jetzt "Edwards-Stark-Target". Hammer, oder? Das war so aufregend! Übrigens wir sind die ganze Zeit so vor Pearl harbor rum gecruist.


Sonstiges:


Ich habe am Montag einen kurzen Vortrag über PLANET gegeben. Die Crew und v.a. der Captain waren so interessiert und begeistert. Für mich war es etwas schwierig, weil ich im Gegensatz zu den Leuten, die zugehört haben, weder Schiffsbau oder Nautik studiert habe noch im nautischen englischen Vokublar bis dahin sonderlich bewandert war. Aber alle waren begeistert. Mehr von PLANET als von meinem Vortrag denke ich. ;)


Die Jungs auf der Brücke haben mir alles gezeigt und mich sogar den Kurs das eine oder andere Mal ändern lassen. Das war zwar kein großer Akt, aber schon irgendwie cool.


Und gestern ist eine Delphinschule gekommen und hat vorne zwischen den Rümpfen gespielt. Die Crew meinte, die Schwimmkörper schieben eine Welle vor sich her, auf der die Delfine surfen. Sie würden das Schiff lieben. Das war offensichtlich so. Das war so cool. Die sind mind 10 min bei uns gewesen und haben quatsch zwischen den rümpfen gemacht.

Ach, ja, an einem tag bin ich mit nem absoluten Fletschauge aufgewacht. Ich sah so scheiße aus! Aber nach 2 Tagen war es ebenso misteriös verschwunden, wie es aufgetreten ist. Natürlich habe ich das auch dokumentiert, muss das aber nicht in aller Öffentlichkeit diskutieren. ;)


Die ganze Cruise war also persönlich wie auch ein wissenschaftlich ein voller Erfolg.


So, jetzt bin ich wieder in meinem Zimmer in Honolulu. Wie gesagt nur noch 3 Wochen.





Viele Grüße an alle und knuddelt meine Jungs. Sagt denen, sie sollen noch 3 Wochen aushalten. Dann bin ich wieder da.





Aloha, Eure Nina